Digitale Souveränität wird oft auf die Nutzung und die Datenhoheit von Cloud-Angeboten reduziert. Der vermeintliche Gegenentwurf ist dann das eigene Rechenzentrum. Doch diese Gegenüberstellung greift zu kurz. Digitale Souveränität bedeutet vor allem, technologische Entscheidungen selbstbestimmt treffen zu können, Abhängigkeiten bewusst zu steuern und den IT‑Betrieb langfristig handlungsfähig zu halten – unabhängig vom Betriebsort.

Der Vortrag zeigt, dass viele Aspekte digitaler Souveränität im eigenen Rechenzentrum denen der Cloud ähneln, sich in der Umsetzung jedoch unterscheiden. Anhand von Praxisbeispielen wird erläutert, welche Entscheidungen zur Architektur im Rechenzentrum entscheidend sind, um Abhängigkeiten zu reduzieren oder diese zumindest bewusst einzugehen – etwa im Umgang mit Vendor‑Lock‑in.

Ein besonderer Fokus liegt auf Architekturprinzipien wie Standardisierung, API‑Nutzung, Automatisierung und Infrastructure as Code. Diese aus der Cloud bekannten Konzepte spielen auch im eigenen Rechenzentrum eine zentrale Rolle, wenn Effizienz, Skalierbarkeit und langfristige Souveränität erreicht werden sollen.

Digitale Souveränität ist damit keine Frage eines bestimmten Anbieters oder Betriebsmodells, sondern das Ergebnis einer bewussten Architektur- und Betriebsentscheidung.