Die Debatte über digitale Souveränität wird meist normativ geführt: mehr Open Source, mehr europäische Anbieter, weniger Abhängigkeiten. Doch der globale Tech-Stack ist keine unsinnige Fehlentwicklung, sondern das Ergebnis grundlegender, volkswirtschaftlicher Mechanismen. Er folgt enormen Kapitalinvestitionen, erfolgreichen Ökosystemstrategien und lokalen, ökonomischen Anreizen.

Der Vortrag übersetzt diese Perspektive in die Praxis: Warum handeln Konzerne, Mittelstand und Konsumenten so, dass gut gemeinte Souveränitätsstrategien strukturell scheitern? Und was folgt daraus — für Systemarchitekten, CTOs und Politikschaffende?

Kurzfristig geht es um realistisches Risikomanagement: resilientere Architekturen, Graceful Degradation und Wertschöpfungskontrolle. Langfristig entsteht Souveränität nicht durch Replikation bestehender Plattformen, sondern durch die Besetzung neuer technologischer Choke Points, bevor andere es tun.

Ein Denkmodell, das die Logik von Geopolitik, Geschäftspraktiken des Silicon Valley und Best Practices der System-Architektur für europäische Akteure nutzbar macht.