Die Diskussion um digitale Souveränität bei KI dreht sich fast ausschließlich um eine Frage: Open-Source-LLMs oder Hyperscaler? Self-Hosting oder Cloud? Dabei übersehen Unternehmen, dass Infrastruktur nur die sichtbarste (und einfachste) Ebene von Souveränität ist.

Dieser Vortrag stellt eine unbequeme These auf: Wer Llama auf eigener Hardware betreibt, aber weder versteht, welche Annahmen sein Modell trifft, noch eine Governance hat, die KI-Entscheidungen verantwortet, ist nicht souverän – sondern nur teuer unabhängig.

Anhand eines Drei-Ebenen-Modells zeige ich, wo die tatsächlichen Abhängigkeiten liegen: auf der Infrastruktur-Ebene (die lösbare), der Daten-Ebene (die unterschätzte) und der Kompetenz-Ebene (die entscheidende). Dabei wird konkret, wie systematische Blindspots in Trainingsdaten, etwa der Gender Data Gap, zu einem realen Souveränitätsrisiko werden, das keine Hosting-Entscheidung der Welt löst. Mit Blick auf den EU AI Act, der ab 2026 Risikobewertung und Dokumentation zur Pflicht macht, liefere ich ein praxistaugliches Entscheidungsframework: Wann Hyperscaler, wann Self-Hosting, wann Hybrid – abhängig von Risikoklasse, Use Case und Organisationsreife.

Die Teilnehmenden verlassen den Vortrag mit einer strategischen Landkarte, die über die übliche Build-vs-Buy-Debatte hinausgeht.