Digitale Souveränität klingt gut – aber was bedeutet sie konkret für ein Entwicklungsteam, das mitten in einem laufenden Projekt steckt? Wir haben es herausgefunden: durch eine vollständige Migration einer cloud-nativen KI-Anwendung von Microsoft Azure zur IONOS Cloud.

Die Anwendung – ein AI-Assistent für die Faktura-Unterstützung mit Chat-UI, MCP-Server und asynchronem Job-Processor – nutzte das volle Azure-Ökosystem: Container Apps, Key Vault, Table Storage, OpenAI, Entra ID. Ein idealer Belastungstest für die Frage: Was ist bei einem europäischen Provider direkt abbildbar, was erfordert Workarounds – und was geht schlicht nicht?

Wir zeigen das vollständige Service-Mapping, die konkreten Gaps (Secret Management, Job Repository, IAM) und die Re-Architect-Entscheidungen, die daraus folgten: OpenBao statt Key Vault, Redis statt Table Storage, Kubernetes als universeller Gap-Filler. Und wir erklären, warum Microsoft Entra ID am Ende trotzdem noch im Stack geblieben ist – weil nicht alles migriert werden muss.

Das Ergebnis ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht mit konkreten Lessons Learned: EU Sovereign Cloud ist technisch machbar – aber sie kommt mit einem Engineering-Overhead, der realistisch kalkuliert werden muss.