- Prof. Dr. Sibylle Kunz
Prof. Dr. Claudia Heß - tbc
- tbc
- tbc
- Session
Nach der ersten halben Dekade im KI-Hype beginnen sich die Dinge auf merkwürdige Weise zu drehen. Noch immer ist es schwierig, die versprochenen Produktivitäts- und Profitabilitätszuwächse durch den Einsatz von KI-Werkzeugen genauer zu beziffern. Mit „Künstliche Intelligenz – Rentabilität messen“ haben wir auf den letztjährigen IT-Tagen dazu ein Modell vorgestellt.
Doch zunehmend zeigt sich auch, dass ein großer Teil dieser Zuwächse durch ein erhöhtes Maß an Nacharbeit und Korrektur der KI-basierten Arbeitsergebnisse – inzwischen auch resignativ als „AI Workslop“ bezeichnet - wieder aufgefressen wird. Aber wie sieht ein solcher „KI-Antwort-Überarbeitungsprozess“ genau aus? Welche Nacharbeiten sind unvermeidlich, welche optional und warum? Und an wen werden diese Arbeiten delegiert? Sehr häufig trifft es offenbar jüngere Mitarbeitende – die Juniors. Diese sollen bereits als Neueinsteigende immer häufiger schon fundierte KI-Kenntnisse mitbringen, weil klassische Anfängeraufgaben beim Coding, in der Recherche oder Dokumentation bereits KI-basiert erledigt werden.
Die Schattenseite des sogenannten „Junior Paradox“ besteht nun aber darin, dass die Zahl dieser Junior-Stellen sinkt, während gleichzeitig die Senior-Positionen immer weniger Zeit für die Ausbildung des Nachwuchses haben. Doch woher dann in einigen Jahren die Seniors nehmen? Und als wäre das alles nicht schon komplex genug, erschien im Februar 2026 mit der Plattform Rent-a-Human ein völlig neues Geschäftsmodell auf der Bühne: Nicht alles können AI-Agents selbständig tun – sobald Aufgaben Aktionen in der realen physischen Welt erfordern, etwa das Ausliefern von Paketen, das Anfertigen von Foto-Nachweisen oder das physische Treffen mit realen Personen, benötigen sie Hilfe. Und das sorgt für eine neue Form von Mechanical Turk-Jobs und Hunderttausende von willigen Bewerbenden…
Wir erläutern in unserem Vortrag, wie diese Phänomene zusammenhängen und wie sich Arbeitsbedingungen, insbesondere in der IT, gerade disruptiv ändern. Gemeinsam wollen wir uns dabei der Antwort auf die Frage nähern: „Wer arbeitet zukünftig eigentlich woran und für wen?“

