- Anika Holtermüller
- Mittwoch, 09. Dez 2026
- 16:00 - 16:45
- tbc
- Session
Die Frage, ob ein Bot ein Feminist ist, scheint auf den ersten Blick absurd, da KI-Systeme keine Überzeugungen oder ein Bewusstsein besitzen.
Technisch gesehen handelt es sich bei modernen Bots oft um ereignisgesteuerte Systeme oder "getakteten Autocomplete", die lediglich Wahrscheinlichkeiten auf Basis von Trainingsdaten berechnen. Wenn wir jedoch die Outputs betrachten, stellen wir fest: Ein Bot ist nie neutral; er spiegelt die Machtstrukturen der Welt wider, aus der seine Daten stammen.
Da die KI-Entwicklung aktuell zu 90 % von Männern dominiert und finanziert wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihr Bot kein Feminist ist, sondern das Patriarchat automatisiert und skaliert. Ein Bot wird nicht zum Feministen, indem man nur ein paar Daten "korrigiert". Es bedarf einer grundlegenden Revision der ontologischen und epistemologischen Voraussetzungen. Es reicht nicht zu fragen, wer am Tisch der KI-Entwicklung sitzt; wir müssen fragen, wer den Tisch nach welchen Regeln gebaut hat.
