Was nicht messbar ist, kann man nicht verbessern: Das gilt auch beim Verringern des Ressourcenverbrauchs von Software. Eine Ressource, bei der wir “grüner” werden können, ist der Energieverbrauch einer Anwendung. Messergebnis sollen uns nicht nur Aufschluss darüber geben, ob wir insgesamt "besser" werden. Sie sollen auch zeigen, wo das größte Einsparpotential liegt und sich daher Maßnahmen am meisten lohnen.
Werkzeuge setzen an unterschiedlichen Stellen an. Die gröbste (und einfachste) Messung ist die, die den gesamten Stromverbrauch des Rechners misst, auf dem unsere Anwendung ausgeführt wird. Aber dieser Gesamtverbrauch lässt sich kaum auf einzelne Anwendungen herunterbrechen. Daher interessieren uns Messwerkzeuge, die eine einzelne Anwendung im Fokus haben. Es gibt Messwerkzeuge, die eine Anwendung mit all ihren Komponenten vermessen, andere messen feingranular bis auf die Methodenebene im Code.

In unserem Vortrag geben wir einen Überblick über Kategorien von Messwerkzeugen, stellen Werkzeuge aus den verschiedenen Kategorien vor und zeigen, wie man sie für gezielte Analysen kombinieren kann. Aber auch hier gilt: "Wer viel misst, misst viel Mist". Daher beleuchten wir näher, wie man durch methodisches Vorgehen optimale Ergebnisse erhält: Wie sehen gute Mess-Szenarien aus, wie erstellt man sie und wie analysiert man die Ergebnisse? Wir stellen außerdem Metriken zum Bewerten von Messergebnissen vor, wie die Software Carbon Intensity (SCI). Zum Abschluss erläutern wir, wie das Messen leichtgewichtig in den Sofwareentwicklungsprozess integriert und die Akzeptanz beim Entwicklungsteam erhöht werden kann. Denn nur konsequent durchgeführte Messungen und korrekte Analysen helfen uns, die richtigen Maßnahmen zum Verringern des Stromverbrauchs umzusetzen.