•   Dr. Miriam Sasse
  •   Donnerstag, 11. Dez 2025
  •   13:00 - 13:45
  •    Meridian 1 | Ebene 2
  • Session

Neue Arbeitsformen – ob Remote Work, Selbstständigkeit, Plattformarbeit oder Work-Life-Blending – stellen die klassische Trennung zwischen Beruf und Privatleben infrage. Arbeits- und Lebenswelten verschmelzen zunehmend. Doch wie gestaltet man Systeme, in denen diese Verschmelzung nicht zu Überforderung, sondern zu echter Teilhabe und Selbstwirksamkeit führt?
Hier bietet das Spieledesign entscheidende Impulse: Spiele schaffen klare Regeln und Freiräume zugleich. Sie strukturieren komplexe Welten so, dass Spielende eigenverantwortlich agieren können – und trotzdem ein gemeinsames Ziel verfolgen. Genau diese Prinzipien lassen sich auf die Gestaltung neuer Arbeitsformen übertragen.

Im Vortrag zeige ich auf, was Organisationen, Teams und Einzelne aus dem Game Design lernen können:

  1. Spielfelder bewusst gestalten: Anstatt Arbeit und Leben zufällig ineinanderfließen zu lassen, braucht es bewusst gestaltete Übergänge, Rituale und Regeln – wie in einem gut designten Spiel mehrere Mechaniken ineinandergreifen.
  2. Spill-Over bewusst steuern: Der Einfluss zwischen Arbeits- und Lebensbereichen lässt sich produktiv nutzen – wenn man ihn erkennt und gestaltet, statt ihn ungesteuert wirken zu lassen.
  3. Prinzipien statt Kontrolle: In dynamischen Arbeitsumfeldern ersetzen klug formulierte Prinzipien starre Vorgaben. Das stärkt Selbstorganisation, Teilhabe und Resilienz.
  4. Sinnhafte Spielmechaniken entwickeln: Arbeit wird dann motivierend, wenn sie echten Sinn stiftet – nicht nur KPIs erfüllt.

Spiele zeigen, wie man Ziele so definiert, dass sie Richtung geben, ohne einzuengen. Der Vortrag liefert konkrete Ansätze für neue Arbeitswelten – von der Struktur selbstständiger Wissensarbeit über hybride Teams bis zu Plattformmodellen. Und er zeigt, wie wir durch Prinzipien aus dem Spieledesign Arbeit neu denken können – nicht als Belastung, sondern als Spielfeld für echte Entwicklung.