Selbstorganisation und Selbstverantwortung klingen nach Freiheit. Nach weniger Hierarchie, mehr Gestaltungsspielraum und intrinsischer Motivation. Doch was bedeuten diese Begriffe im organisationalen Alltag wirklich? Und welche Haltung braucht es, damit Selbstorganisation nicht zur Überforderung wird?

Anissa Teufelberger begleitet seit über neun Jahren Organisationen in Transformationsprozessen und arbeitet selbst als People Lead in einer rollenbasierten Organisation. In ihrem Vortrag wirft sie einen differenzierten Blick auf das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und unternehmerischer Verantwortung.

Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigt sie, wie klare Entscheidungsarchitekturen, definierte Rollen und explizite Verantwortungsräume Sicherheit schaffen – und warum genau diese Klarheit Voraussetzung für echte Selbstorganisation ist. Denn Selbstverantwortung bedeutet nicht: „Ich entscheide, was für mich richtig ist.“ Sondern: „Ich übernehme Verantwortung für das, was das Unternehmen braucht.“

Ein zentrales Spannungsfeld dabei ist das Ego. Persönliche Karriereziele sind legitim und menschlich. Doch nachhaltige Organisationsentwicklung gelingt nur, wenn individuelle Interessen immer wieder mit dem Bedarf des Unternehmens abgeglichen werden. Dieser bewusste „Ego-Check“ ist anspruchsvoll – für Mitarbeitende ebenso wie für Führung.

Der Vortrag richtet sich an alle, die Organisation nicht hierarchielos, sondern bewusst gestalten wollen. An Führungskräfte, die Sicherheit geben möchten, ohne Kontrolle auszuüben. Und an Menschen, die spüren, dass echte Freiheit nicht im Weglassen von Führung entsteht, sondern im klaren Halten des Rahmens.