Viele Organisationen investieren in souveräne Cloud-Lösungen, Open-Source-Technologien oder europäische Alternativen – und stellen dennoch fest: Die Abhängigkeiten bleiben. Warum? Weil digitale Souveränität häufig als technisches Problem behandelt wird – obwohl sie in Wirklichkeit ein Anforderungsproblem ist.

Dieser Vortrag zeigt anhand konkreter Projekterfahrungen: wie Abhängigkeiten bereits in frühen Projektphasen entstehen, warum klassische Anforderungen oft unbewusst Lock-ins erzeugen, und wie sich digitale Souveränität systematisch in Requirements Engineering und Projektarbeit integrieren lässt. Anhand praxisnaher Beispiele (u. a. aus der Einführung digitaler Systeme und KI-gestützter Lösungen) werden typische Risiken aufgezeigt:

  • Vendor Lock-in durch implizite Architekturentscheidungen
  • fehlende Datenportabilität
  • unklare Governance bei KI-Systemen
  • mangelnde Transparenz in Lieferketten

Darauf aufbauend werden konkrete Lösungsansätze vorgestellt:

  • souveränitätsorientierte Anforderungskategorien
  • Integration in bestehende RE-Frameworks (z. B. ISO/IEC 29148)
  • Bewertungsmodelle für technologische Abhängigkeiten
  • praxisnahe Methoden zur Verankerung in Projekten

Der Vortrag richtet sich an Architekten, Projektleiter, Product Owner und Business Analysten, die digitale Souveränität nicht nur diskutieren, sondern aktiv gestalten wollen.